Gedenken den Raum geben, den es verdient!

28. Januar 2015 § Hinterlasse einen Kommentar

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Vor 70 Jahren, am 27. Januar 1945, wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau von der Roten Armee befreit. Seitdem steht dieses Datum als Symbol für die Befreiung von der nationalsozialistischen Vernichtungsmaschinerie und ist zentrales Datum des Gedenkens an die Verfolgung und Ermordung von Millionen von Menschen durch den deutschen Faschismus.

Aus diesem Grund fühlten sich Menschen verpflichtet, mit einem Plakat an der grünen Treppe im X-Gebäude dem Gedenken einen prominenten Platz zu geben. Keine zwei Stunden hing das Plakat, dann wurde es entfernt.

In einem öffentlichen Raum wie der Universität muss an diesem Tag der Beendigung einer der dunkelsten Kapitel der Menschheit gedacht werden. Leider keine Selbstverständlichkeit in der Uni Bielefeld: Mit der Kampagne „Uni ohne Vorurteile“, mit dem IKG (Interdisziplinäres Zentrum für Konflikt- und Gewaltforschung), das im bundesdeutschen Diskurs zu gruppenfeindlichen Einstellungen besonders präsent ist, sowie mit dem Bekenntnis zu bunter Weltoffenheit, wie es in Form des Aufrufs zur Teilnahme an der Kundgebung am 19. Januar stattfand, wird zwar ein Image der Toleranz und Zivilcourage vermittelt, doch für aktive Erinnerungspolitik, die in diesem Kontext nicht ausgeblendet werden darf, scheint es, weder Bemühungen noch Raum zu geben.

Bei einem entsprechenden Image wäre zu erwarten, dass die Uni sich aktiv an dem Gedenken beteiligt, was jedoch nicht geschah und im Weiteren sogar durch die Entfernung des Plakats innerhalb kürzester Zeit verhindert wurde. Dies verdeutlicht, dass Ordnungspolitik und Corporate Identity in der Uni einen höheren Stellenwert haben als Erinnerungspolitik.

Gegen Geschichtsvergessenheit. Für eine aktive Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus.

Faschismus bekämpfen! Damals wie heute! Kein Vergeben! Kein Vergessen!

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Die extreme Rechte als soziale Bewegung

15. Dezember 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

Vortrag und Diskussion

Die extreme Rechte in Deutschland wird in einigen sozialwissenschaftlichen Untersuchungen mittlerweile als soziale Bewegung begriffen, die nach einem grundlegenden sozialen Wandel strebt. Statt des Fokus auf Parteien- und Wahlforschung oder juristischer Engführung auf Straf- und Gewalttaten soll so ihr Zustand und die Wirkmächtigkeit von organisierten Neonazis und anderen Rechten beurteilt werden. Gerade vor dem Hintergrund der Modernisierung der extremen Rechten ab den 1990er Jahren, die neben dem Phänomen der Freien Kameradschaften auch eine bewegungstypische Subkultur hervorgebracht hat, ist heute ein Netzwerk von Gruppierungen zu beobachten, das mit einem relativ breiten Aktionsrepertoire in der Öffentlichkeit auftritt. Diese Entwicklung und die Erfolgsaussichten einer solchen extrem rechten, sozialen Bewegung sollen im Vortrag präsentiert und zur Diskussion gestellt werden.

Dabei werden zunächst generelle Merkmale sozialer Bewegungen sowie Paradigmen zur Erklärung ihres Entstehens und Handelns vorgestellt und anschließend auf die extreme Rechte – und speziell Kameradschaften – übertragen.

Veranschaulicht werden die Befunde anhand einiger Beispiele aus Rheinland-Pfalz, wo sich in der Vergangenheit zahlreiche Kameradschaften gebildet haben, die dort und über die Landesgrenzen hinaus unterschiedlich stark in Erscheinung getreten sind.

Eine Veranstaltung der gruppe_x und der ag freie bildung

 


Dienstag, 16.12.14 – 18 Uhr – Universität Bielefeld – Raum C02-228

Café Caracol & AG-Treffen im WS 14/15

20. Oktober 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

Auch in diesem Semester wieder es wieder das wöchentliche Café-Caracol in unserem Raum an der Universität Bielefeld geben.

Du findest bei uns leckeren zapatistischen Soli-Kaffee, Tee, Gebäck oder einfach nur einen gemütlichen Platz auf dem Sofa. Komm vorbei zum abhängen und quatschen, zum diskutieren oder zum stöbern in unserer kleinen aber feinen Bibliothek.

Jede Woche Dienstag von 13:00 bis 17:00 Uhr in C02-206.

Darüber hinaus bist Du herzlich eingeladen dich aktiv bei uns zu beteiligen. Erste Infos bekommst du entweder im Cafe, per Mail oder du kommst zu unserem regelmäßigen AG-Treffen. Wir treffen uns jeden Dienstag um 18 Uhr in C02-206.

Çapulcu – Die Gezi-Park-Bewegung und die neuen Proteste in der Türkei

8. Juni 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

Buchvorstellung und Infoveranstaltung mit dem Autor Tayfun Guttstadt

Tayfun Guttstadt, in Hamburg geboren, lebt seit drei Jahren in der Türkei und ist dort in der linken und der Umweltbewegung aktiv. Zu Besuch in Deutschland, stellt er sein Buch ›Çapulcu‹ vor und schildert Beginn, Verlauf und Hintergründe der Proteste, an denen er selbst aktiv teilgenommen hat. Vor allem aber gibt er den Beteiligten Gesicht und Stimme und zeigt so die Vielfalt, aber auch die Gespaltenheit der Bewegung. Abschließend werden die Ereignisse gesellschaftspolitisch analysiert und eingeordnet, wobei aktuelle Geschehnisse in der Türkei mit in den Vortrag einfließen.

Die Veranstaltung wird von einer Dia-Show mit ausdrucksstarken Fotos von den Ereignissen begleitet. Eine Diskussion nach dem Vortrag ist ausdrücklich gewünscht.


Sonntag, 15. Juni 2014 20.00 Uhr

Buchhandlung mondo, Elsa-Brändström-Str. 23, Bielefeld
Am unteren Ende der Arndtstraße, direkt am Bahndamm

 

Anarchismus und Marxismus – Nur zwei feindliche Brüder ?

8. Juni 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

Buchvorstellung mit Phillippe Kellermann, Berlin

 

Die sozialistische Bewegung des 19. und 20. Jahrhunderts ist untrennbar mit den zwei großen ideengeschichtlichen Strömungen Anarchismus und Marxismus verbunden. Zur Geschichte und Gegenwart dieser sozialistischen Bewegungen
gehört allerdings auch die Sprachlosigkeit untereinander. Die anarchistische Seite bemüht sich in den letzten Jahren insbesondere in der Person von Phillippe Kellermann um ein Aufbrechen dieses abgerissenen Dialogs. In mehreren
Publikationen sind Gemeinsamkeiten und Differenzen dieser ideengeschichtlichen Strömungen thematisiert worden. Wo liegt die Zukunft eines wünschenswerten Dialogs, wo ihre Grenze? Das „Bakunin-Jahr“ (Bakunin wurde 1814 geboren) bietet die Möglichkeit einer weitergehenden Klärung und Auseinandersetzung.


Freitag, 13. Juni 2014 20.00 Uhr
Buchhandlung mondo, Elsa-Brändström-Str. 23, Bielefeld
Am unteren Ende der Arndtstraße, direkt am Bahndamm

Die ‚imperiale‘ Lebensweise in den reichen Ländern der Erde – ein globales Problem

8. April 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

Vortrag und Diskussion mit Friederike Habermann (BUKO)

In dieser Veranstaltung wird der Alltag der meisten Menschen in den reichen Ländern der Erde kritisch beleuchtet. Dieser Alltag baut vor allem auf dem Konsum industriell und warenförmig hergestellter Massenprodukte auf. Im Vortrag der Referentin Friederike Habermann von Bundeskoordination Internationalismus (BUKO) und bei der anschließenden Diskussion wird folgendes angesprochen: Warum werden die riesigen und immer noch anwachsenden ökologischen Probleme auf unserem Planeten zwar öffentlich anerkannt, aber nicht grundsätzlich bekämpft? Warum wollen eigentlich alle „so weiter“ machen?
Diese Fragen stellen den Ausgangspunkt dar für den Begriff der „imperialen Lebensweise“. Die Stärke dieses kritischen sozialwissenschaftlichen Konzepts liegt darin, das Spannungsfeld zwischen größeren gesellschaftlichen Verhältnissen einerseits und dem Alltag der Menschen andererseits zu benennen und beides zugleich kritisch im Blick zu behalten.
Die Lebensweise der Menschen im „globalen Norden“ (ein geopolitischer Ausdruck, der vor allem die reichen kapitalistischen Länder in Europa und Nordamerika, sowie Australien und Japan meint) kann als „imperial“ bezeichnet werden. Denn diese Lebensweise setzt einen unbegrenzten und oft gewaltsamen (z.B. militärischen) Zugriff auf Ressourcen, Raum, Arbeitsvermögen in anderen Ländern und Kontinenten voraus. Dies war bereits Teil der Kolonialisierung ab dem 16. Jahrhundert und des liberal-kapitalistischen Weltsystems des 19. Jahrhunderts. Damals beschränkte sie sich jedoch auf eine reiche Minderheit der Menschen. Spätestens seit der Nachkriegszeit aber wurde sie Teil des Alltags der Bevölkerungsmehrheit im globalen Norden. Dieser Alltag ist seitdem geprägt von Automobilität, Eigenheim, Fleischkonsum und industriell gefertigten Produkten. Folgende weiterführende Fragen sollen besprochen werden: Inwiefern ist die imperiale Lebensweise rassistisch geprägt? – Schließlich ist sie mit Wirtschaftsbeziehungen verbunden, die noch aus der Kolonialzeit stammen. Und wie sehr verbirgt sich in ihr ein patriarchales Denken, wie es in jüngster Zeit Feministinnen in Lateinamerika diskutieren? Die Referentin befragt den Begriff der imperialen Lebensweise also auch auf seine Tauglichkeit, die Verbindung von verschiedenen Herrschaftsverhältnissen (Kapitalismus, das Geschlechterverhältnis, Rassismus etc.) zu erfassen.
Natürlich soll auch darüber nachgedacht werden wie wir der imperialen Lebensweise entkommen können. Dabei wird aufgezeigt, dass individuelle Ansätze wie Fahrradfahren und vegane Ernährung aus dem Supermarkt keine Lösung sind, denn die grundlegenden Produktions- und Konsummuster werden damit lediglich ökologisch modernisiert. Aber was dann?
Im Anschluss an diese Diskussion wird die Bundeskoordination Internationalismus (die BUKO) vorgestellt werden. Die BUKO ist ein Netzwerk von Einzelpersonen und Gruppen, die sich mit der globalen Nord-Süd-Politik, Kapitalismuskritik, Rassismus und Kolonialismus, Geschlechterverhältnissen, Ökologie und vielem mehr beschäftigen. Jedes Jahr veranstaltet dieses Netzwerk den Bundeskongress Internationalismus (der BUKO), der vom 29.05. bis 01.06. 2014 in Leipzig stattfinden wird. Eine Gruppe von aktiven Menschen aus Bielefeld möchte den Kongress besuchen und ruft alle Interessierten auf, mitzukommen!


 

Donnerstag 24.04.2014, 19 Uhr
Bürger_innenwache Siegfriedplatz Bielefeld (großer Saal unten links)

eine Veranstaltung der AG Freie Bildung an der Uni Bielefeld
http://www.agfreiebildung.org
http://www.buko.info/

Let’s make anarchism a threat again

4. April 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

Crimethinc_Tour14neu>> Neben der Vorstellung des Buches „Work“ geht es auch um neuere Analysen und Texte. Gemeinsam mit euch wollen wir dabei unsere Kritik schärfen und uns über den veränderten Kontext austauschen, Perspektiven und Widerständigkeiten denken und entwickeln. <<

Vortrag und Diskussion mit einem Vertreter der CrimethInc.-Kollektivs aus den USA

12.April.2014 | 20 Uhr

Infoladen Anschlag, AJZ

Heeperstraße 132

weitere Infos unter: crimethinc.blogsport.de