Hegemonie/Gegenhegemonie/Politische Bildung/Emanzipation – Workshop zu Konzepten Antonio Gramscis

19. Dezember 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

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Ein Workshop zu Antonio Gramsci
mit Andreas Merkens

Samstag, 2. Februar 2013, 11-18 Uhr
Universität Bielefeld, Raum C0-106

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“Die Außenwelt, die allgemeinen Verhältnisse zu verändern, heißt sich selbst zu potenzieren, sich selbst zu entwickeln.” (Gramsci). Antonio Gramsci (1891-1937) war politischer Journalist, Aktivist der Turiner Rätebewegung und Mitbegründer der Kommunistischen Partei Italiens. 1926 wurde er von den italienischen Faschisten inhaftiert und verstarb nach 10 Jahren Haft an den Folgen der Gefangenschaft. Der Workshop zielt nicht auf eine allgemeine Einführung in Gramscis Werk, vielmehr sollen als drei zentrale Bestandteile seines Theoriegebäudes herausgegriffen werden: Erstens die Analyse gesellschaftlicher Machtverhältnisse anhand seiner Hegemonietheorie. Zweitens seine Gedanken zur widerständigen Praxis, die sich in seinem Konzept der Gegenhegemonie widerspiegeln. Und drittens – mit direktem Bezug auf den Ansatz der Gegenhegemonie – seine Beiträge zu einer emanzipatorischen politischen Bildung, die für Gramsci untrennbar an einen Prozess der kollektiven Selbstermächtigung durch Bildungsprozesse gebunden. Das Ziel der politischen Bildung muss es daher sein, “die Regierten von den Regierenden intellektuell unabhängig zu machen” (Gramsci).

Doch kann ein solcher Prozess gelingen, ohne erneut in pädagogische Bevormundung und Fremdbestimmung umzuschlagen? Wie kann politische Praxis und Theorie zu einem integralen Bestandteil von Bildung werden? Vor allem in seinen Überlegungen zum Alltagsverstand und seinen Entwürfen zur gesellschaftlichen Funktion der Intellektuellen, stellt sich Gramsci immer wieder diesen widersprüchlichen pädagogischen Voraussetzungen einer Umwälzung der gesellschaftlichen Verhältnisse. Im Workshop sollen in gemeinsamer Lesearbeit und dialogischer Aneignung die Kategorien und Denkansätze Gramscis erarbeitet werden. Weiterhin soll in Form einer Ideenwerkstatt die Frage aufgegriffen werden, wie Gramscis Entwürfe heute weiterzudenken wären und welche Bereicherung sein Denken für eine politische Bildung und Pädagogik in der Linken darstellt.

Andreas Merkens ist Lehrbeauftragter an der Universität Hamburg. Er beschäftigt sich in seiner Dissertation insbesondere mit Antonio Gramscis Entwürfen zu Politik, Pädagogik und Hegemonie.
Anmeldungen und Rückfragen bitte an: agfb {ät} riseup {punkt} net. Zur vorbereitenden Lektüre der Workshops ist ab dem 14. Januar ein kurzer Reader im AStA Pool der Universität Bielefeld hinterlegt. Der AStA Pool befindet sich auf der Galerie in der zentralen Halle der Universität und ist von Montag bis Freitag von 10-16 Ihr geöffnet.

Bild: flickr.com/people/bildbunt/
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