Vortrag und Diskussion zu Katalonien

15. November 2017 § Hinterlasse einen Kommentar

header
Am 1. Oktober 2017 fand in Katalonien ein Referendum über die Unabhängigkeit in Form einer Republik statt. Der spanische Zentralstaat unter dem konservativen Mariano Rajoy (Partido Popular – PP) versuchte dies mit allen Mitteln zu verhindern. An vielen Orten wurde mit Gewalt, u.a. durch die paramilitärische Guardia Civil, gegen Wahllokale und Abstimmende vorgegangen. Gerechtfertigt wurde der Ausnahmezustand durch die Berufung auf die geltende Verfassung von 1978 – die sich als Deal zwischen den alten Eliten Francos und den großen Parteien lesen lässt, die Täter bekamen eine Generalamnestie und konnten Posten behalten als Gegenleistung für den Übergang zur Demokratie. Trotz über 900 Verletzten lag die Wahlbeteiligung bei 42,3% und 90% stimmten für die Unabhängigkeit. Am 27. Oktober wurde die Republik durch einen Mehrheitsentscheid des katalanischen Parlaments ausgerufen. Daraufhin hat Spanien die Autonomie Kataloniens suspendiert, gewählte Abgeordnete wegen Rebellion verhaften lassen und Neuwahlen für den 21. Dezember angesetzt mit der Aussicht das Parlament direkt wieder aufzulösen sollten die Unabhängigkeitsbefürworter:innen erneut in der Mehrheit sein.
In den großen deutschen Medien und der EU ist die Lage klar: das Referendum wird als Verfassungsbruch bezeichnet und auf der Unteilbarkeit des EU-Nationalstaats beharrt. Auch in vielen linken Publikationen wird sich verhalten oder ablehnend gegenüber dem Referendum und der Unabhängigkeit positioniert. In einem Artikel der jungle world etwa werden die Akteur:innen, wenig differenziert, als unsolidarische, völkische Wohlstandschauvinist:innen bezeichnet. Die taz veröffentlichte mit einem Gastkommentar der spanischen Botschafterin die einseitigst mögliche Position.
Die Unabhängigkeitsbewegung setzt sich jedoch aus Gruppen mit sehr unterschiedlichen Zielsetzungen zusammen. Neben bürgerlich-liberalen und mitte-rechts Kräften auf der einen Seite, sind andererseits sogar anarchistische Independentist@s und nicht zuletzt die linksradikale, munizipalistische Kommunalpartei CUP Teil der Koalition. Diese tritt ein für eine radikaldemokratische, soziale und feministische Republik als Antwort auf die Krisenpolitik der EU. Sie war bei den letzten Wahlen wichtiges Mitglied der, nun abgesetzten, Regierungskoalition. Es gibt einen Kampf um Hegemonie in der Bewegung und um die politische Ausrichtung der Republik. Zu diesem Zeitpunkt eint sie die Ablehnung des repressiven post-franquistischen Spaniens und der Wunsch nach Selbstbestimmung.
Eine Besonderheit in Katalonien ist die – auch jenseits der CUP  starke basisdemokratische Partizipation der Bevölkerung. Diese wurde über Jahre hinweg von zivilgesellschaftlichen Initiativen aufgebaut und ohne deren Selbstorganisierung in mehr als 200 Stadtteilversammlungen wäre das Referendum unmöglich gewesen. Inzwischen haben sich die „Comitès de la Defensa de la República (Komittee zur Verteidigung der Republik)“ (CDR) landesweit zusammengeschlossen. Sie sind Motor des Referendums und der Proteste.
Wir sehen in Teilen der Unabhängigkeitsbewegung Kataloniens Impulse und Chancen für emanzipatorische Veränderungen in einem Europa der Austerität und des allgegenwärtigen Rechtsrucks. Können Basisorganisationen die Politik von unten zurückerobern? Wir laden euch ein zu Input und Diskussion.

Star Trek als feministische Utopie?

23. Februar 2017 § Hinterlasse einen Kommentar

Veranstaltung im Rahmen des Roten Montag mit Lisa Doppler und Alexander Neupert-Doppler

Montag, 06.03., 20 Uhr
Extra Blues Bar
Siekerstr. 20, 33602 Bielefeld

Geschlechtslose Humanoide, ein Symbiont abwechselnd in weiblichem und männlichem Körper, ein schwangerer Mann, weibliche Kapitäninnen, Kommandeurinnen und Admirälinnen – das alles gibt es in der Science Fiction Serie Star Trek. Handelt es sich hierbei um feministische Utopien?

Wir wäre das utopische Moment in Star Trek aus Sicht von Gleichheits- und Differenzfeminismus, aus den Perspektiven eines radikalen oder queerfeministischen Ansatzes einzuschätzen? Darüber wird an diesem Roten Montag vorgetragen und beraten werden.

Anhand allgemeiner und feministischer Utopietheorie diskutieren wir den utopischen Gehalt bei Star Trek, insbesondere in den Serien „The Next Generation“ und „Deep Space Nine“. Ein Vortrag, der sowohl für gesottene Fans als auch Star Trek-Neulinge verspricht unterhaltsam zu werden.

Lisa Doppler studierte Migrationswissenschaften und arbeitet zur Zeit an ihrer Dissertation zu Refugeestrike und Herbert Marcuses Protesttheorie. Alexander Neupert-Doppler schrieb Bücher zu Staatsfetischismus (2013) und Utopie (2015) und arbeitet als Bildungsreferent der Falken in Hannover.

Linke Ersti-Wochen SoSe 2016

11. April 2016 § Hinterlasse einen Kommentar

erstiwochen_sose2016_header

Was ist die Uni? Dass sie ein hässliches Gebäude ist, wird in Bielefeld schon auf den ersten Blick klar – aber die Uni ist mehr als das. Während der Linken Erst-Wochen hast Du Gelegenheit, die Uni von einer anderen Seite kennenzulernen, die schönen und gemütlichen Orte zu entdecken, interessante Veranstaltungen zu besuchen und mit neuen Menschen ins Gespräch zu kommen. Dazu laden einige AGen der Uni Dich herzlich ein. Komm vorbei!

Mo 18.04. | 18:00
Vortrag: „Antimigrantische Politik und der ‚Sommer der Migration‘ “
mit Helge Schwiertz in UHG C01-142

Mo 18.04. | 20:30
Kneipen-Quiz
mit dem Quizkollektiv im Potemkin, Heeperstr. 28

Di 19.04. | 14:00
Wo bin ich hier? – Unirundgang mit anschließendem Kuchenessen
Treffpunkt vor dem AStA-Pool, UHG C1-154

Mi 20.04. | 20:00
Film: Triumph des guten Willens mit Regisseur Mikko Linnemann
i
m Filmhaus, August-Bebel-Str. 94

Do 21.04. | 18:00
Vortrag: Einführung Kapitalismuskritik
mit Anne-Kathrin Krug in UHG T2-227

Mo 25.04. | 18.00
Vortrag: „Was ist sicher an ‚Sicheren Herkunftsstaaten‘?“
mit Larissa Schober in UHG C01-142

Do 28.04. | 21:00
Party im Copy&Paste (UHG C1-168)

Genauere Beschreibungen und Ankündigungstexte findet ihr unten… « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Höhere Mächte sind auch keine Erlösung

21. März 2016 § Hinterlasse einen Kommentar

Höhere Mächte sind auch keine Erlösung

Zur Konjunktur des Glaubens an „höhere Mächte“ in Zeiten der Krise
Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Jesus-Toast

Was verbindet so unterschiedliche Leute wie die reinkarnationsgläubige Waldorflehrerin, den selbstbewussten Kämpfer gegen gierige Bankster, die esoterisch angehauchte Bioladendauerkundin, den missionarischen Salafisten, die treue Kirchgängerin, den sonnwendfeiernden Neonazi, die eifrige Streiterin wider die Weltverschwörung der Bilderberg-Konferenz, den homophoben Rastafarian, die aus ihrem Krafttier Energie schöpfende Schamanin, den spirituelle Erlösung suchenden Insassen einer Yoga-Lebensgemeinschaft, den Hirtenworte verkündenden Bischof und die einer Verdünnung von 1:1 000 000 000 000 000 000 000 000 vertrauende grüne Stadtverordnete, die sich für eine kritische Verbraucherin hält?

Es ist der Glaube, ihr Wohl und Wehe hinge vom Walten höherer Mächte ab. Die einen verehren sie, die anderen fürchten sie. Die einen werfen sich ihnen wacker entgegen, die andern unterwerfen sich ihnen lustvoll. Die einen sind sanftmütig, die andern kochen vor Wut. Die einen sind religiös, die anderen atheistisch, die einen unpolitisch, die anderen hochpolitisch, die einen rechts, die anderen links. Und doch verbindet sie mehr als sie trennt: Der Hang zu einfachen Antworten auf komplizierte Fragen, das wohlige Gefühl, zur Gemeinschaft der Erleuchteten zu gehören und eine ausgeprägte Kritikresistenz.

Zeiten, in denen sich der krisenhafte Zustand der Welt herumgesprochen hat und Unsicherheit und Zukunftsängste um sich greifen, sind gute Zeiten für einfache Botschaften. Wo sich Demut statt Vernunft, Wut statt Kritik und Glauben-wollen statt Wissen-wollen durchsetzen, herrschen Denkfaulheit, Regression und Irrationalität. Doch nicht genug: Die Sehnsucht nach einfachen Lösungen ist immer auch die nach starken Führern, die heutzutage gerne auch mal Führerinnen sein dürfen, wenn sie nur Halt und Orientierung versprechen.

Was muss emanzipatorische Kritik leisten, die sich weder mit der kapitalistischen Krise noch mit ihrer regressiven Verarbeitung in den Köpfen abfinden will und die am Ideal einer Gesellschaft freier Menschen in freien Vereinbarungen festhält?

Lothar Galow-Bergemann schreibt u.a. für konkret, Jungle World und emafrie.de

04. April | 20 Uhr | Extra Blues Bar
Veranstaltet von ag freie bildung

*Community Accountability*

29. Juli 2015 § Hinterlasse einen Kommentar

Die Konzepte „Community Accountability“ und „Transformative Justice“ sind Strategien, um mit sexualisierter Gewalt umzugehen. Dabei wird nicht auf staatliche Mechanismen (wie z.B die Polizei oder Justiz) zurückgegriffen, sondern innerhalb der Community ein Umgang mit der Gewalt gefunden. Während des Prozesses wird sowohl mit den Betroffenen als auch den Täter*innen gearbeitet. Dabei werden sowohl individuelle Gerechtigkeit als auch eine Veränderung der Gesellschaft angestrebt.

Nach einer Einführung in die Zusammenhänge zwischen gesellschaftlichen Strukturen und sexualisierter Gewalt, werden zentrale Aspekt der beiden Konzepte vorgestellt.
Im Anschluss möchten wir gerne mit euch in einen Austausch treten: Wie gehen wir mit sexualisierter Gewalt um, wenn sie in unserem sozialen Umfeld stattfindet? Hat eure politische Gruppe/ eure Community ein Konzept wie ihr im Falle von sexualisierter Gewalt handelt? Kennt ihr noch andere Konzepte?

Unsere Referent*innen zu dem Thema haben leider abgesagt. Da wir das Thema sehr wichtig finden, wollen wir die Sitzung nicht ausfallen lassen. Daher haben wir uns entschlossen unser Wissen wiederzugeben und anschließend mit euch in eine Diskussion zu treten.

gruppe_x

„Wir freuen uns auf eine spannende Diskussion und wünschen uns einen respektvollen Umgang. Wir behalten uns vor ggf. vom Hausrecht Gebrauch zu machen.“*

03. August | 20 Uhr | Extra Blues Bar
Veranstaltet von gruppe_x und ag freie bildung

Risse in der neoliberalen Hegemonie

22. April 2015 § Hinterlasse einen Kommentar

Die Studierenden- und die Arbeiter_innenbewegung in Chile

mit Lucas Cifuentes

ausschnitt

Die Einrichtung des neoliberalen Projektes in Chile fand unter dem autoritären Regime der Pinochet-Diktatur statt, wodurch ein tiefgreifendes neoliberales Modell fast ohne eine politische oder soziale Opposition durchgesetzt werden konnte. Die Einzigartigkeit des Falls ergibt sich nicht nur durch den besonders ausgeprägten Charakter des neoliberalen Modells oder daraus, dass es neoliberalen Umbrüchen in anderen Ländern der Region oder in der Welt um Jahre vorausging, sondern auch aus den anti-neoliberalen Kämpfe verschiedener sozialer Bewegungen.

Eine soziale Bewegung, die international bekannt wurde, ist die chilenische Studierendenbewegung, die 2011 ihren bisherigen Höhepunkt erreichte und bis heute anhält. In Bezug auf die massive Mobilisierung wie auch die Radikalität der Forderungen kann die Bewegung als die Wichtigste seit der Rückkehr zur Demokratie ansehen werden.
Parallel lassen sich seit dem Jahr 2006 eine Reihe von Arbeitskämpfen beobachten, die zwar keine so große Bekanntheit erlangten jedoch über traditionelle Formen und Forderungen der Arbeiter_innenbewegung der vorangegangenen Jahre hinausgehen.

Gibt es Verbindungen zwischen den beiden Erfahrungen? Wie enstanden und wie entstehen Risse im Herzen des neoliberalen Modells? Und welche Mechanismen haben de facto bis heute jeden strukturellen Wandel des aktuellen politischen und wirtschaftlichen Systems verhindert?

*Vortrag auf Spanisch mit Übersetzung ins Deutsche*

Montag, 11. Mai 18Uhr (c.t. )
Universität Bielefeld, Raum C02-228


 

Fisuras de la hegemonía neoliberal:
el movimiento estudiantil y de trabajadores en Chile

con Lucas Cifuentes

La instalación del modelo neoliberal en Chile se dio en un contexto autoritario (dictadura de Pinochet) lo cual permitió realizar el experimento neoliberal chileno sin oposición social ni política (o muy mínima) y por lo tanto de manera muy profunda. La singularidad del caso chileno no se debe exclusivamente al carácter del neoliberalismo y su anticipación respecto a otros países de la región y del mundo, sino también al carácter de los actores sociales y sus luchas contra-neoliberales.

Una lucha que se hizo conocido a escala internacional fue la lucha de los estudiantes que llega a su punto álgido el año 2011 y que hasta hoy sigue vigente. Ha sido por lejos la de mayor importancia desde el retorno a la democracia, ya sea en cuanto a su masividad como a la radicalidad de las demandas.
Por otra parte, aunque sin tanta notoriedad, desde el año 2006 al presente se vienen sucediendo una serie de luchas obreras que ha generado un punto de corte respecto a las tradicionales formas y demandas del movimiento de trabajadores de los años anteriores.

¿existe alguna conexión entre ambas experiencias? ¿Cómo se están generando fisuras en el corazón del modelo neoliberal? ¿Y cuáles son los límites y las murallas de contención que dicho modelo tiene y que de facto han evitado cualquier transformación estructural del sistema político-económico vigente?

*Presentación en español con traducción al alemán*

Lunes, 11. de mayo 18 h (c.t. )
Universidad de Bielefeld, sala C02-228

*Trans* Solidarität und Unterstützung*

24. Februar 2015 § Hinterlasse einen Kommentar

Was genau ist eigentlich „Geschlecht“ und was ist trans*?
Wie äußert sich trans* Feindlichkeit? Was sind cis-Privilegien? Wie kann ein solidarischer und unterstützender Umgang mit trans* Leuten aussehen? Wie können linke und feministische Räume/Partys trans* inklusiv gestaltet werden und was gibt es dabei zu beachten?

Kein Vorwissen nötig! Fragen stellen erlaubt (auch wenn du nicht genau weißt, ob du das trans* sensibel ausdrücken kannst)!

02. März | 20 Uhr | Extra Blues Bar
Vortrag und Diskussion mit Finn

Fatshaming

28. Januar 2015 § Hinterlasse einen Kommentar

Wer ist die_der Schönste im ganzen Land? Nein, nie wieder!

10941007_788690697889244_5147416610405668209_n

Diskriminierung, Abwertung und Vorurteile von und über dicke_fette Körper ist Gewalt die einige von uns täglich erfahren. Doch es gibt auch viel Widerstand der sich gegen Lookism (Diskriminierung aufgrund von Äußerlichkeiten) und Fatshaming (Diskriminierung von dicken_fetten Körpern) stellt.

Dieser Vortrag möchte für Fatshaming sensibilisieren, aufzeigen was wir dagegen machen können und wie wir unsere Räume sicherer und schöner für alle Körper machen können.

02. Februar | 20 Uhr | Extra Blues Bar
Eine Veranstaltung der gruppe_x und der ag freie bildung mit Oriel (Fat*Aktivistin, Mitgründerin des queer-feministischen fat_positiven_krawall Kollektiv FAT UP!)

Die ‚imperiale‘ Lebensweise in den reichen Ländern der Erde – ein globales Problem

8. April 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

Vortrag und Diskussion mit Friederike Habermann (BUKO)

In dieser Veranstaltung wird der Alltag der meisten Menschen in den reichen Ländern der Erde kritisch beleuchtet. Dieser Alltag baut vor allem auf dem Konsum industriell und warenförmig hergestellter Massenprodukte auf. Im Vortrag der Referentin Friederike Habermann von Bundeskoordination Internationalismus (BUKO) und bei der anschließenden Diskussion wird folgendes angesprochen: Warum werden die riesigen und immer noch anwachsenden ökologischen Probleme auf unserem Planeten zwar öffentlich anerkannt, aber nicht grundsätzlich bekämpft? Warum wollen eigentlich alle „so weiter“ machen?
Diese Fragen stellen den Ausgangspunkt dar für den Begriff der „imperialen Lebensweise“. Die Stärke dieses kritischen sozialwissenschaftlichen Konzepts liegt darin, das Spannungsfeld zwischen größeren gesellschaftlichen Verhältnissen einerseits und dem Alltag der Menschen andererseits zu benennen und beides zugleich kritisch im Blick zu behalten.
Die Lebensweise der Menschen im „globalen Norden“ (ein geopolitischer Ausdruck, der vor allem die reichen kapitalistischen Länder in Europa und Nordamerika, sowie Australien und Japan meint) kann als „imperial“ bezeichnet werden. Denn diese Lebensweise setzt einen unbegrenzten und oft gewaltsamen (z.B. militärischen) Zugriff auf Ressourcen, Raum, Arbeitsvermögen in anderen Ländern und Kontinenten voraus. Dies war bereits Teil der Kolonialisierung ab dem 16. Jahrhundert und des liberal-kapitalistischen Weltsystems des 19. Jahrhunderts. Damals beschränkte sie sich jedoch auf eine reiche Minderheit der Menschen. Spätestens seit der Nachkriegszeit aber wurde sie Teil des Alltags der Bevölkerungsmehrheit im globalen Norden. Dieser Alltag ist seitdem geprägt von Automobilität, Eigenheim, Fleischkonsum und industriell gefertigten Produkten. Folgende weiterführende Fragen sollen besprochen werden: Inwiefern ist die imperiale Lebensweise rassistisch geprägt? – Schließlich ist sie mit Wirtschaftsbeziehungen verbunden, die noch aus der Kolonialzeit stammen. Und wie sehr verbirgt sich in ihr ein patriarchales Denken, wie es in jüngster Zeit Feministinnen in Lateinamerika diskutieren? Die Referentin befragt den Begriff der imperialen Lebensweise also auch auf seine Tauglichkeit, die Verbindung von verschiedenen Herrschaftsverhältnissen (Kapitalismus, das Geschlechterverhältnis, Rassismus etc.) zu erfassen.
Natürlich soll auch darüber nachgedacht werden wie wir der imperialen Lebensweise entkommen können. Dabei wird aufgezeigt, dass individuelle Ansätze wie Fahrradfahren und vegane Ernährung aus dem Supermarkt keine Lösung sind, denn die grundlegenden Produktions- und Konsummuster werden damit lediglich ökologisch modernisiert. Aber was dann?
Im Anschluss an diese Diskussion wird die Bundeskoordination Internationalismus (die BUKO) vorgestellt werden. Die BUKO ist ein Netzwerk von Einzelpersonen und Gruppen, die sich mit der globalen Nord-Süd-Politik, Kapitalismuskritik, Rassismus und Kolonialismus, Geschlechterverhältnissen, Ökologie und vielem mehr beschäftigen. Jedes Jahr veranstaltet dieses Netzwerk den Bundeskongress Internationalismus (der BUKO), der vom 29.05. bis 01.06. 2014 in Leipzig stattfinden wird. Eine Gruppe von aktiven Menschen aus Bielefeld möchte den Kongress besuchen und ruft alle Interessierten auf, mitzukommen!


 

Donnerstag 24.04.2014, 19 Uhr
Bürger_innenwache Siegfriedplatz Bielefeld (großer Saal unten links)

eine Veranstaltung der AG Freie Bildung an der Uni Bielefeld
http://www.agfreiebildung.org
http://www.buko.info/

Wirklicher Sozialismus statt Realsozialismus? mit Bini Adamzcak

26. März 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

 

Sozialismusdiskussion-Adamzcak

Wie weiter nach dem Untergang der „realsozialistischen“ Systeme? Die
Idee des Kommunismus erfährt angesichts der verbreiteten kapitalistischen
Krisen und Kriege wieder neue Popularität. Was sind die Grundlagen
dieses neu erwachten Interesses?
Die Krisen und Revolten in Tunesien, Ägypten, den USA, Griechenland
und Spanien haben neue Bedingungen entstehen lassen die den Wunsch
nach einer radikalen Gesellschaftsveränderung überhaupt erst wieder
denkbar, vorstellbar, wünschbar werden ließen. Das Ende des „Endes der
Geschichte“ scheint erreicht, der Antikapitalismus mittlerweile wieder
konsensfähig geworden zu sein. Aber emanzipatorische oder gar kommunistische
Visionen und Alternativen finden keinen Nährboden ohne
eine entschiedene Abgrenzung zu den untergegangen Systemen der Sowjetunion
und ihrer befreundeten Staaten. Gleichfalls müssen die Prinzipien
und Grundlagen einer alternativen,befreiten Gesellschaft auch
gegen das verbreitete Bilderverbot erneut zum Thema werden.
Einen wichtigen Beitrag dazu hat in der Vergangenheit unsere
Referentin geleistet.

Dienstag, 8. April 2014 20.00 Uhr

Buchhandlung mondo

Wo bin ich?

Du durchsuchst momentan die Kategorie Vorträge auf ag freie bildung.