Gedenkstätte Buchenwald – ein Ort der Geschichtsdebatte

29. April 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Buchenwald

Vierte Veranstaltung im Rahmen der Gedenkstättenfahrt:

Vortrag:

Gedenkstätte Buchenwald – ein Ort der Geschichtsdebatte
Referent: Dr. Ulrich Schneider
Freitag, 04.05.2012, 18 Uhr
Uni Bielefeld, C2-144

Die Veranstaltung soll sich mit dem geschichtspolitischen Streit um Buchenwald beschäftigen, der sich seit Jahren auf folgende Fragen fokussiert: Welche Funktion besaß das Lager im Konzept der Faschisten? Wer profitierte von dieser Einrichtung? Waren die „roten Kapos“ im Lager Ausdruck einer Häftlingshierarchie oder waren sie die Grundlage für antifaschistischen Widerstand im Lager? Wie konnte Widerstand unter solchen Bedingungen überhaupt aussehen? War die Befreiung des KZ Buchenwald das Werk der amerikanischen Truppen oder eine Selbstbefreiung der Häftlinge? Welche Konsequenzen hat diese Debatte im Umgang mit der Lagergeschichte? Diese Streitpunkte beziehen sich zwar auf die Geschichte des KZ Buchenwalds, sie haben aber grundsätzliche Bedeutung für die Erinnerungspolitik in Deutschland. Dies haben die öffentlichen Debatten in den vergangenen Jahren anschaulich unter Beweis gestellt. Der Referent ist Historiker und seit über dreißig Jahren mit dem Thema Buchenwald und den überlebenden Häftlingen des Lagers verbunden. Heute ist er verantwortlicher Herausgeber der Zeitschrift „Glocke vom Ettersberg“, das Periodikum der Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora/ Freundeskreis e.V.

Die Veranstalter_innen behalten sich vor von ihrem Hausrecht
Gebrauch zu machen und Personen, die neonazistischen
Organisationen angehören oder der extrem rechten Szene
zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch
antisemitische, sexistische, rassistische oder nationalistische
Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zu den
Veranstaltungen zu verwehren.

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Film: Nackt unter Wölfen

18. April 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Nackt unter Wölfen

Dritte Veranstaltung im Rahmen der Gedenkstättenfahrt:

Film:

Nackt unter Wölfen (1963)
Donnerstag, 03.Mai 2012, 19 Uhr
Universität Bielefeld, Raum: D2-152

Wenige Wochen vor Ende des zweiten Weltkrieges im Konzentrationslager Buchenwald. Mit den Transporten treffen unaufhörlich neue Häftlinge ein, es herrscht ein ständiges Durcheinander. Einer der Neuankömmlinge, ein Pole, hat einen besonders wertvollen Koffer im Gepäck. Darin verborgen ist ein jüdisches Waisenkind, seine Eltern sind im Lager Auschwitz umgebracht worden. Aber was soll nun weiter mit dem Kind geschehen? Es im Lager zu behalten, bedeutet große Gefahr, nicht nur für die Aktivitäten der illegalen Widerstandsgruppe. Doch der Beschluss einiger Häftlinge steht fest: sie liefern das Kind nicht aus. Und so verstecken sie es unter Einsatz des eigenen Lebens zunächst in der Effektenkammer vor den SS- Offizieren. Auch als die SS durch Verrat von der Sache erfährt, gelingt es, das Leben des Kindes zu schützen. Aus Furcht vor den näher rückenden Amerikanern zögert der Lagerkommandant, den Befehl zur Erschießung der Widerstandskämpfer zu erteilen. Bei der geplanten Evakuierung des Lagers kommt es schließlich zum Aufstand und die Häftlinge, unter ihnen das Kind, sind frei.

Die Veranstalter_innen behalten sich vor von ihrem Hausrecht
Gebrauch zu machen und Personen, die neonazistischen
Organisationen angehören oder der extrem rechten Szene
zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch
antisemitische, sexistische, rassistische oder nationalistische
Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zu den
Veranstaltungen zu verwehren.

Die Shoah und die Linke – Wir sind die Guten?

18. April 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Buchenwald

Zweite Veranstaltung im Rahmen der Gedenkstättenfahrt:

Diskussion:

Die Shoah und die Linke – Wir sind die Guten?
Diskussionsveranstaltung mit der ag blinde flecken aus Hannover
Montag, 23.April 2012, 20 Uhr
Universität Bielefeld, Raum: C0-269

Der gesellschaftliche Umgang mit dem Nationalsozialismus hat sich in den letzten 20 Jahren stark gewandelt. Die verschiedenen Facetten der Jahrzehnte des Schweigens und Verdrängens bis hin zur offensiven Thematisierung hätten bis heute Interventionen einer kritischen Linken erfordert. Doch linke Bewegungen konnten sich in allen Nachkriegsjahrzehnten nicht durch einen ruhmreichen Umgang mit dem Nationalsozialismus hervorheben. Stattdessen wurde das Bestehen auf eine Auseinandersetzung mit der Besonderheit des Nationalsozialismus und der Shoah häufig als eine Anklage verstanden. Wir wollen auf der Veranstaltung das Verhältnis der Linken zur Shoah skizzieren und diskutieren. Ist es überhaupt notwendig, sich explizit mit Nationalsozialismus und Holocaust zu beschäftigen? Wofür und wie? Ist es für aktuelle Gesellschaftskritik und eine Begründung von radikaler Opposition notwendig oder überhaupt möglich, „aus der Vergangenheit zu lernen“? Und wie spiegeln sich Positionen zum NS in antifaschistischer und linker Politik heute wider?

Die Veranstalter_innen behalten sich vor von ihrem Hausrecht
Gebrauch zu machen und Personen, die neonazistischen
Organisationen angehören oder der extrem rechten Szene
zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch
antisemitische, sexistische, rassistische oder nationalistische
Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zu den
Veranstaltungen zu verwehren.

Zwischen Gesellschaftskritik und Staatsraison

16. April 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Gedenkstätte Buchenwald

Erste Veranstaltung im Rahmen der Gedenkstättenfahrt:

Vortrag:

Zwischen Gesellschaftskritik und Staatsraison
Entwicklungslinien der Erinnerungskultur in NRW und in der Bundesrepublik
Referent: Michael Sturm, Historiker
Mittwoch, 18. April 2012, 19 Uhr
Universität Bielefeld, Raum: T2-227

In Nordrhein-Westfalen existieren mehr als 20 Gedenkstätten, Lern- und Erinnerungsorte, die an historisch „authentischen“ Schauplätzen eine wissenschaftliche, pädagogische oder emotionale Beschäftigung mit unterschiedlichen Aspekten des Nationalsozialismus ermöglichen sollen. Diese erinnerungskulturelle Landschaft hat sich während der vergangenen Jahrzehnte in teilweise bis heute andauernden Auseinandersetzungen entwickelt. Die Einrichtung von Gedenkstätten ging in zahlreichen Fällen auf das beharrliche Engagement von NS-Opferverbänden und gesellschaftskritischen Geschichtsinitiativen zurück, die sich dem vielfach herbeigesehnten Schlussstrich unter die Vergangenheit widersetzten. Seit den 1990er Jahren sind jedoch in der Erinnerungskultur der Bundesrepublik deutliche Umbrüche zu erkennen. Zum einen zeichnen sich Konturen eines hegemonialen Geschichtsbildes ab, das die Zeit des Nationalsozialismus nicht mehr ausklammert, sondern als erfolgreich „bewältigt“ zu einem zentralen Bestandteil des Selbstverständnisses der Berliner Republik erhebt. Zum anderen haben neue deutsche Opferdiskurse um Bombenkrieg, Flucht und Vertreibung an Bedeutung gewonnen. Der Vortrag skizziert anhand der konfliktreichen Entstehungsgeschichte der NS-Gedenkstätten in Nordrhein-Westfalen die grundlegenden Entwicklungslinien der Erinnerungskultur in der Bundesrepublik seit den frühen 1950er Jahren. Daran anknüpfend soll die gegenwärtige und künftige Bedeutung von Erinnerung im Spannungsfeld zwischen den oftmals gesellschaftskritischen Ansprüchen und offiziellen geschichtspolitischen Sinngebungsmustern diskutiert werden.

Die Veranstalter_innen behalten sich vor von ihrem Hausrecht
Gebrauch zu machen und Personen, die neonazistischen
Organisationen angehören oder der extrem rechten Szene
zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch
antisemitische, sexistische, rassistische oder nationalistische
Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zu den
Veranstaltungen zu verwehren.

Veranstaltungsreihe und Gedenkstättenfahrt nach Buchenwald

15. April 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

KZ Buchenwald

Vom 11. bis 13. Mai 2012 organisieren die ag freie bildung und die Antifa AG der Uni Bielefeld eine Gedenkstättenfahrt nach Buchenwald. Auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald befindet sich heute eine Gedenkstätte. Wie viele andere Gedenkstätten auch dient sie als konkreter Lernort der pädagogischen, politischen und wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen.

Im Zuge der Gedenkstättenfahrt und der Beschäftigung vor Ort wird es in Bielefeld eine kleine Veranstaltungsreihe geben, die sich mit Erinnerungspolitik und Gedenkstättenarbeit zum NS auseinandersetzen wird.

Auf den Veranstaltungen habt ihr die Möglichkeit euch für die Gedenkstättenfahrt anzumelden. Die Vorträge sind aber natürlich für alle Interessierten offen, unabhängig ob an der Fahrt teilgenommen wird.

Hier die einzelnen Termine in der Übersicht.

Vortrag:
Mittwoch, 18. April 2012, 19 Uhr
Zwischen Gesellschaftskritik und Staatsraison
Entwicklungslinien der Erinnerungskultur in NRW und in der Bundesrepublik
Referent: Michael Sturm, Historiker
Universität Bielefeld, Raum: T2-227

Vortrag:
Montag, 23.April 2012, 20 Uhr
Die Shoah und die Linke – Wir sind die Guten?
Diskussionsveranstaltung mit der ag blinde flecken aus Hannover
Universität Bielefeld, Raum: C0-269

Film:
Donnerstag, 03.Mai 2012, 19 Uhr
Nackt unter Wölfen (1963)
Universität Bielefeld, Raum: D2-152

Freitag, 11. Mai bis Sonntag, 13. Mai: Gedenkstättenfahrt nach Buchenwald
Eine gemeinsame An- und Abreise, die Unterkunft und Verpflegung wird organisiert.
Eigenbeteiligung von 10€ erwünscht
Anmeldung unter: ak_keinvergessen@gmx.de

Samstag, 02. Juni 2012
Vortrag mit Rosa Fava
NS-Erinnerungsarbeit im Kontext der Migrationsgesellschaft
Achtet auf weitere Infos.

Weitere Infos im Flyer: http://antifaagbi.blogsport.de/images/flyer_gedenkst.pdf

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