Die ‚imperiale‘ Lebensweise in den reichen Ländern der Erde – ein globales Problem

8. April 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

Vortrag und Diskussion mit Friederike Habermann (BUKO)

In dieser Veranstaltung wird der Alltag der meisten Menschen in den reichen Ländern der Erde kritisch beleuchtet. Dieser Alltag baut vor allem auf dem Konsum industriell und warenförmig hergestellter Massenprodukte auf. Im Vortrag der Referentin Friederike Habermann von Bundeskoordination Internationalismus (BUKO) und bei der anschließenden Diskussion wird folgendes angesprochen: Warum werden die riesigen und immer noch anwachsenden ökologischen Probleme auf unserem Planeten zwar öffentlich anerkannt, aber nicht grundsätzlich bekämpft? Warum wollen eigentlich alle „so weiter“ machen?
Diese Fragen stellen den Ausgangspunkt dar für den Begriff der „imperialen Lebensweise“. Die Stärke dieses kritischen sozialwissenschaftlichen Konzepts liegt darin, das Spannungsfeld zwischen größeren gesellschaftlichen Verhältnissen einerseits und dem Alltag der Menschen andererseits zu benennen und beides zugleich kritisch im Blick zu behalten.
Die Lebensweise der Menschen im „globalen Norden“ (ein geopolitischer Ausdruck, der vor allem die reichen kapitalistischen Länder in Europa und Nordamerika, sowie Australien und Japan meint) kann als „imperial“ bezeichnet werden. Denn diese Lebensweise setzt einen unbegrenzten und oft gewaltsamen (z.B. militärischen) Zugriff auf Ressourcen, Raum, Arbeitsvermögen in anderen Ländern und Kontinenten voraus. Dies war bereits Teil der Kolonialisierung ab dem 16. Jahrhundert und des liberal-kapitalistischen Weltsystems des 19. Jahrhunderts. Damals beschränkte sie sich jedoch auf eine reiche Minderheit der Menschen. Spätestens seit der Nachkriegszeit aber wurde sie Teil des Alltags der Bevölkerungsmehrheit im globalen Norden. Dieser Alltag ist seitdem geprägt von Automobilität, Eigenheim, Fleischkonsum und industriell gefertigten Produkten. Folgende weiterführende Fragen sollen besprochen werden: Inwiefern ist die imperiale Lebensweise rassistisch geprägt? – Schließlich ist sie mit Wirtschaftsbeziehungen verbunden, die noch aus der Kolonialzeit stammen. Und wie sehr verbirgt sich in ihr ein patriarchales Denken, wie es in jüngster Zeit Feministinnen in Lateinamerika diskutieren? Die Referentin befragt den Begriff der imperialen Lebensweise also auch auf seine Tauglichkeit, die Verbindung von verschiedenen Herrschaftsverhältnissen (Kapitalismus, das Geschlechterverhältnis, Rassismus etc.) zu erfassen.
Natürlich soll auch darüber nachgedacht werden wie wir der imperialen Lebensweise entkommen können. Dabei wird aufgezeigt, dass individuelle Ansätze wie Fahrradfahren und vegane Ernährung aus dem Supermarkt keine Lösung sind, denn die grundlegenden Produktions- und Konsummuster werden damit lediglich ökologisch modernisiert. Aber was dann?
Im Anschluss an diese Diskussion wird die Bundeskoordination Internationalismus (die BUKO) vorgestellt werden. Die BUKO ist ein Netzwerk von Einzelpersonen und Gruppen, die sich mit der globalen Nord-Süd-Politik, Kapitalismuskritik, Rassismus und Kolonialismus, Geschlechterverhältnissen, Ökologie und vielem mehr beschäftigen. Jedes Jahr veranstaltet dieses Netzwerk den Bundeskongress Internationalismus (der BUKO), der vom 29.05. bis 01.06. 2014 in Leipzig stattfinden wird. Eine Gruppe von aktiven Menschen aus Bielefeld möchte den Kongress besuchen und ruft alle Interessierten auf, mitzukommen!


 

Donnerstag 24.04.2014, 19 Uhr
Bürger_innenwache Siegfriedplatz Bielefeld (großer Saal unten links)

eine Veranstaltung der AG Freie Bildung an der Uni Bielefeld
http://www.agfreiebildung.org
http://www.buko.info/

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Wirklicher Sozialismus statt Realsozialismus? mit Bini Adamzcak

26. März 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

 

Sozialismusdiskussion-Adamzcak

Wie weiter nach dem Untergang der „realsozialistischen“ Systeme? Die
Idee des Kommunismus erfährt angesichts der verbreiteten kapitalistischen
Krisen und Kriege wieder neue Popularität. Was sind die Grundlagen
dieses neu erwachten Interesses?
Die Krisen und Revolten in Tunesien, Ägypten, den USA, Griechenland
und Spanien haben neue Bedingungen entstehen lassen die den Wunsch
nach einer radikalen Gesellschaftsveränderung überhaupt erst wieder
denkbar, vorstellbar, wünschbar werden ließen. Das Ende des „Endes der
Geschichte“ scheint erreicht, der Antikapitalismus mittlerweile wieder
konsensfähig geworden zu sein. Aber emanzipatorische oder gar kommunistische
Visionen und Alternativen finden keinen Nährboden ohne
eine entschiedene Abgrenzung zu den untergegangen Systemen der Sowjetunion
und ihrer befreundeten Staaten. Gleichfalls müssen die Prinzipien
und Grundlagen einer alternativen,befreiten Gesellschaft auch
gegen das verbreitete Bilderverbot erneut zum Thema werden.
Einen wichtigen Beitrag dazu hat in der Vergangenheit unsere
Referentin geleistet.

Dienstag, 8. April 2014 20.00 Uhr

Buchhandlung mondo

This is madness! Zur Sozialpsychologie des Kapitalismus

26. Oktober 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

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Roter Montag im November
Vortrag und Diskussion mit Roger Behrens

4. November 2013, 20:00 Uhr
Extra Blues Bar, Sie­ker­str. 20, 33602 Bie­le­feld

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Dass diese Welt verrückt ist und auch verrückt macht, ist mittlerweile längst zur Floskel geworden, mit der das nachbürgerliche Subjekt sein gesellschaftliches Verhältnis etikettiert. Und tatsächlich ist es fast schon eine allenthalben zugestandene Binsenweisheit, dass der Kapitalismus in all seinen Ausformungen in der Produktions- wie Konsumsphäre, öffentlich und privat, krank macht – und zwar, wie man so sagt, psychisch krank.

Zweifelsohne gibt es zwischen der protestantischen Ethik und den seelischen Konflikten mehr als nur Kongruenzen; der von Max Weber beschriebene Berufsmensch ist dem Neurotiker und Psychotiker in vielen Merkmalen zum Verwechseln ähnlich, die technologische Rationalität vom alltäglichen Wahnsinn kaum unterscheidbar. Früher waren es die nervösen Leiden, die ein ganzes Zeitalter prägten; dann kam die große Welle der Hysterie, die Schizophrenie, schließlich – heute – die krude Mischung aus Depression und Hyperaktivität; weit über die klinische Psychiatrie hinaus wird Borderline zur selbstverständlichen Diagnose.

Was darüber hinaus allerdings „normalisiert“ wird, ist der pathologische Befund über die kapitalistische Gesellschaft an sich: sie erscheint zwar nicht als gesund, aber immer noch als gesündeste Ordnung, um der Menschheit ein allgemeines Seelenheil zu bescheren. Oder? Und was ist eigentlich aus der Kritik der Pädagogisierung und Psychologisierung des Menschen geworden?

Bild: flickr.com/didmyself

Staatsverschuldung und die Krise im Euroraum

24. Juni 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

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Vortrag und Diskussion mit den Gruppen gegen Kapital und Nation

4. Juli 2013, 18:15 Uhr
D2-152, Universität Bielefeld

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Immer mehr Länder im Euroraum bekommen Probleme, ihre Staatsverschuldung in gewohnter Weise abzuwickeln. Um Vertrauen bei den Finanzmärkten zu schaffen werden staatliche Verarmungsprogramme aufgelegt, die ihresgleichen suchen. Zugleich werden von den potenten Ländern noch mehr Schulden gemacht und die große Frage ist nun, wann sich das Misstrauen auch gegen diese Länder richtet.

Politiker_innen wie Bürger_innen wünschen sich überwiegend nur eins: „Es“ soll wieder so funktionieren, wie vor der Krise. Damit das klappt, sorgen die Regierungen für Lohn-, Renten-, und Sozialstaatskürzungen auf breiter Front.

Aber was ist dieses „Es“? Im ersten Teil der Veranstaltung soll dieser Frage nachgegangen werden, indem grundlegende Prinzipien der Staatsverschuldung erklärt werden, wie sie vor der Krise üblich waren. Woher kommt die immense Freiheit des Staates beim Schuldenmachen? Welche politische und ökonomische Logik folgt dann aus dem angesammelten Schuldenberg? Zeigt sich nicht bereits daran, die Feindlichkeit gegenüber der Bedürfnisbefriedigung? Das Thema Staatsverschuldung soll Schritt für Schritt erklärt werden, um überhaupt mal einen theoretischen Fuß in die Tür zu kriegen. Das Problem ist ja, dass mensch sich mit der Sache erfahrungsgemäß selten auskennt und einem bei haushaltspolitischen Grundsätzen wie „Schuldentilgung am Kreditmarkt durch Kredite vom Kreditmarkt” einfach schwindelig wird.

Im zweiten Teil soll dann der Krisenverlauf behandelt werden. Was ist los, wenn die Finanzmärkte das Vertrauen in einen Staat verlieren? Was hat das mit dem Euro zu tun? Wofür werden die Massen in Europa durch die Politik verarmt? Für Zwischenfragen und Diskussion wird es genügend Raum geben.

Eingeladen ist ein Referent von den Gruppen gegen Kapital und Nation.
Literaturtipp: http://gegen-kapital-und-nation.org/staatsverschuldung

Foto: flickr.com/photos/arguez/

Film: Wenn das Land zur Ware wird

13. Juni 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

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Film und Diskussion mit Luz Kerkeling aus dem Filmteam

24. Juni 2013, 18 Uhr
D2-152, Universität Bielefeld

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Wie aus vielen anderen Regionen Lateinamerikas und der Welt bekannt, steht die Inwertsetzung von Natur oft über den Interessen der ortsansässigen Bevölkerung. Häufig werden die Menschen weder in die Planungen einbezogen noch über die sozialen und ökologischen Auswirkungen informiert – so auch in Chiapas, Südmexiko.

Der Dokumentarfilm „Wenn das Land zur Ware wird“ problematisiert die Bedrohung der indigenen Gemeinden in Mexiko durch Monokulturen, Infrastrukturausbau, Tourismusprojekte und Gewalt. Die kleinbäuerlichen Dorfgemeinschaften funktionieren bis heute auf der Basis von traditioneller Versammlungskultur, Selbstorganisation, Gemeinschaftsarbeit und Subsistenzwirtschaft zur Grundversorgung mit Nahrungsmitteln. Das Land, das in der Kosmovision der indigenen Bevölkerungsgruppen als „Mutter Erde“ verstanden wird, gerät jedoch verstärkt ins Visier von Politik und Wirtschaft: Die Gemeindeländereien werden zunehmend in eine Ware konvertiert – in aller Regel ohne die betroffenen Menschen zuvor zu konsultieren, was nach internationalen Abkommen, die Mexiko unterzeichnet hat (u.a. ILO-Konvention 169), die Pflicht der mexikanischen Regierung wäre.

Ölpalmenplantagen, Autobahnen, Tourismusprojekte und die unter immensem Druck erzwungene Zusammenfassung von indigenen Dörfern in so genannte Landstädte sind nur einige Beispiele für neoliberale und technikgläubige „Entwicklungsprojekte“, die direkt oder indirekt die Lebensgrundlagen und Lebensweisen der Indigenen angreifen und die Umwelt schädigen. Im Film kommen zahlreiche betroffene Personen, Organisationen und Vertreter*innen von Politik und Wirtschaft zu Wort.

Neben dem friedlichen Widerstand der betroffenen Bevölkerungsgruppen, die für ein selbstbestimmtes Leben in Würde und im Einklang mit der Natur kämpfen, thematisiert das Projekt auch die Verbindungslinien zu urbanen Regionen und uns Konsument*innen im reichen Norden, denn der Hunger nach Palmfett, Biosprit und komfortabel-exotischem Tourismus wächst weiterhin.

Ein Film von Zwischenzeit e.V.
http://www.zwischenzeit-muenster.de/land.html

Von Schaukeln und Olivenbäumen. Die (Un-)Möglichkeit künstlerischer Intervention im öffentlichen Raum Universität

30. Mai 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

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Vortrag, Film und Diskussion mit dem //re_vision medienkollektiv

11. Juni 2013, 18 Uhr
D2-152, Universität Bielefeld

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Was zeichnet den öffentlichen Raum Universität aus und wo sind Nischen für künstlerische oder/und politische Interventionen?
Wie versucht die Universitätsverwaltung diesen Raum zu regulieren, zu ordnen und zu säubern? Wie hängt diese Entwicklung, die auch in Bielefeld ganz deutlich geworden ist, mit bildungspolitischen Programmen, wie der Exzellenzinitiative oder dem Konzept der Autonomie der Hochschulen zusammen?

In dieser Veranstaltung wollen wir anhand einer historischen und einer ganz aktuellen kritischen Intervention durch Studierende diesen Fragen nachgehen:
Im Januar 2013 will ein Student neunzig Schaukeln an die Galerie der Bielefelder Universitätshalle hängen und somit die starre Ordnung zaghaft durchbrechen. Noch vor der Durchführung wird ihm die Kunstaktion mit Androhung einer Anzeige wegen Hausfriedensbruch von leitenden Universitätsvertretern verboten. Geschaukelt wurde trotzdem, auch wenn diese Intervention am Ende rabiat unterbunden wurde. Im Dezember 1976 malten Studierende der Universität Bielefeld und Exil-Chilen_innen der Brigade Salvador Allende im Zuge solidarischer Protestaktionen ein monumentales Bild an eine zentrale Wand der Bielefelder Universitätshalle. Anfänglich von Seiten der Universitätsleitung abgelehnt, erfährt die Solidaritätsaktion schnell eine Legitimation. Erst im Zuge des grundlegenden Umbaus der Campusuniversität steht der Verbleib des Bildes im Jahr 2011 zur Diskussion. Obwohl inhaltlich als auch in Fragen der Form „weit“ entfernt, starten Personen aus verschiedenen politischen Zusammenhängen eine Kampagne zum Erhalt des Bildes. Zu beiden exemplarischen Interventionen haben wir eigene kurze Dokumentationsfilme produziert, die wir auf der Veranstaltung zeigen und auch gerne diskutieren werden. Darüber hinaus werfen diese Aktionen unserer Ansicht nach nicht nur Fragen zu Öffentlichkeit und politischer Kunst auf, sondern verweisen zugleich auf den spezifischen Charakter des strukturellen Umbaus der bundesdeutschen Universitätslandschaft. Wie und von wem werden (öffentliche) Räume gestaltet? Welchen Einfluss haben politische Programme, wie die Exzellenzinitiative und der Bologna-Prozess, auf den sozialen Raum Universität? Welche (Gegen-)Strategien verfolgen die verschiedenen Akteure? Ist in einer zunehmend serviceorientierten Organisation Platz für kritische Kunst?

Diese Fragen betten wir in die aktuelle Situation in Bielefeld ein. Hier steht durch den kompletten Umbau auch eine Neudefinierung des gemeinsamen, öffentlichen Raumes an. In dessen Planung wurde von studentischer Seite bis heute wenig eingegriffen. Hierfür möchten wir in einer offenen Diskussion und durch aktuellste Informationen über den Umbau eine Möglichkeit bieten.

Das //re_vision medienkollektiv freut sich, in dieser Veranstaltung, den Film „Die Idee ist genug“ (zum Schaukelprojekt) das erste Mal der Öffentlichkeit präsentieren zu können.

http://www.revisionmedienkollektiv.tumblr.com

Hegemonie/Gegenhegemonie/Politische Bildung/Emanzipation – Workshop zu Konzepten Antonio Gramscis

19. Dezember 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

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Ein Workshop zu Antonio Gramsci
mit Andreas Merkens

Samstag, 2. Februar 2013, 11-18 Uhr
Universität Bielefeld, Raum C0-106

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“Die Außenwelt, die allgemeinen Verhältnisse zu verändern, heißt sich selbst zu potenzieren, sich selbst zu entwickeln.” (Gramsci). Antonio Gramsci (1891-1937) war politischer Journalist, Aktivist der Turiner Rätebewegung und Mitbegründer der Kommunistischen Partei Italiens. 1926 wurde er von den italienischen Faschisten inhaftiert und verstarb nach 10 Jahren Haft an den Folgen der Gefangenschaft. Der Workshop zielt nicht auf eine allgemeine Einführung in Gramscis Werk, vielmehr sollen als drei zentrale Bestandteile seines Theoriegebäudes herausgegriffen werden: Erstens die Analyse gesellschaftlicher Machtverhältnisse anhand seiner Hegemonietheorie. Zweitens seine Gedanken zur widerständigen Praxis, die sich in seinem Konzept der Gegenhegemonie widerspiegeln. Und drittens – mit direktem Bezug auf den Ansatz der Gegenhegemonie – seine Beiträge zu einer emanzipatorischen politischen Bildung, die für Gramsci untrennbar an einen Prozess der kollektiven Selbstermächtigung durch Bildungsprozesse gebunden. Das Ziel der politischen Bildung muss es daher sein, “die Regierten von den Regierenden intellektuell unabhängig zu machen” (Gramsci).

Doch kann ein solcher Prozess gelingen, ohne erneut in pädagogische Bevormundung und Fremdbestimmung umzuschlagen? Wie kann politische Praxis und Theorie zu einem integralen Bestandteil von Bildung werden? Vor allem in seinen Überlegungen zum Alltagsverstand und seinen Entwürfen zur gesellschaftlichen Funktion der Intellektuellen, stellt sich Gramsci immer wieder diesen widersprüchlichen pädagogischen Voraussetzungen einer Umwälzung der gesellschaftlichen Verhältnisse. Im Workshop sollen in gemeinsamer Lesearbeit und dialogischer Aneignung die Kategorien und Denkansätze Gramscis erarbeitet werden. Weiterhin soll in Form einer Ideenwerkstatt die Frage aufgegriffen werden, wie Gramscis Entwürfe heute weiterzudenken wären und welche Bereicherung sein Denken für eine politische Bildung und Pädagogik in der Linken darstellt.

Andreas Merkens ist Lehrbeauftragter an der Universität Hamburg. Er beschäftigt sich in seiner Dissertation insbesondere mit Antonio Gramscis Entwürfen zu Politik, Pädagogik und Hegemonie.
Anmeldungen und Rückfragen bitte an: agfb {ät} riseup {punkt} net. Zur vorbereitenden Lektüre der Workshops ist ab dem 14. Januar ein kurzer Reader im AStA Pool der Universität Bielefeld hinterlegt. Der AStA Pool befindet sich auf der Galerie in der zentralen Halle der Universität und ist von Montag bis Freitag von 10-16 Ihr geöffnet.

Bild: flickr.com/people/bildbunt/

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