Philipp Felsch „Der lange Sommer der Theorie Geschichte einer Revolte 1960 – 1990“

13. Juli 2015 § Hinterlasse einen Kommentar

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Lesung mit Philipp Felsch
Moderation: Oliver Flügel-Martinsen

Theorie – von dem Wort ging seit den sechziger Jahren ein magisches Leuchten aus. Theorie war ein Glaubensartikel, eine Wahrheitsmaschine und ein Lebensstil. Doch woher kam die Faszination für die gefährlichen Gedanken? Philipp Felsch folgt in seinem Buch den Hoffnungen und Irrwegen einer Generation, die sich in den Dschungel der schwierigen Texte begab. Für drei Jahrzehnte gehörte der Theorieband als Vademekum in jede Manteltasche. Es war die Zeit der apokalyptischen Meisterdenker, der glamourösen Unverständlichkeit und der umstürzenden Lektüreerlebnisse. In einer Welt, die im Kalten Krieg erstarrte, ging nur von großen Ideen Bewegung aus. Je schwieriger die Texte, desto intensiver die Lektüre, je abstrakter die Argumente, desto relevanter für die Wirklichkeit. Heute, wo die intellektuellen Energien von ’68 in schwach glimmende Substanzen zerfallen sind und viele der einstigen Akteure ihre Memoiren geschrieben haben, ist es Zeit zurückzublicken: Was war Theorie? In West-Berlin versorgte der Merve Verlag die Leser von den Kadern der Studentenbewegung über Spontis und Punks bis zu den Avantgarden des Kunstbetriebs mit ihrer Ration von wildem Denken. Philipp Felsch schreibt die Geschichte einer geistigen Revolte, indem er den Abenteuern der Büchermacher und ihres Umfelds folgt. Vor allem aber vertraut er sich der Geschichte ihrer Leser an, um eine Epoche wiederauferstehen zu lassen, in der das Denken noch geholfen hat. (Verlagsankündigung, C.H. Beck)

Philipp Felsch ist Juniorprofessor für Geschichte der Humanwissenschaften an der HU Berlin.

Oliver Flügel-Martinsen ist Professor für Politische Theorie und Ideengeschichte an der Universität Bielefeld.

15. Juli | 20 Uhr | Artist Unlimited
Veranstaltetin Kooperation mit dem //re_vision medienkollektiv, der Antifa AG der Uni Bielefeld und Artist Unlimited

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Konkurrenz – Rektorat – MVM – Scheiße! Gegen die neoliberale Steuerung der Hochschule

5. Juli 2015 § Hinterlasse einen Kommentar

Wissenschaft ist Konkurrenz. – G. Sagerer

Die meisten Stupa-Listen sind sich einig: Mittelverteilungsmodell (MVM) geht gar nicht klar! Dennoch wird es am 08.07.2015 im Senat endgültig abgestimmt. Aber unabhängig davon, wie diese Abstimmung ausgeht, hat die Entscheidungsgewalt sowieso der nicht gewählte Hochschulrat. Dort ist das MVM schon längst beschlossene Sache.

Das MVM sieht vor, dass die Fakultäten nicht mehr wie bisher frei über ihre Finanzen verfügen können. Stattdessen wird den Fakultäten ein Drittel der Gelder zunächst gekürzt. Um die eine Hälfte davon, etwa 12 Mio. Euro, sollen alle Fakultäten gegeneinander konkurrieren. Das Rektorat behauptet, der Wettbewerb zwischen den Fakultäten würde diesen dabei helfen, ihre eigenen „Potentiale“ besser zu entfalten. Dabei soll aber nicht die wissenschaftliche und fachinterne Diskussion entscheiden, sondern die Menge der eingeworbenen Drittmittel, der veröffentlichten Papers, die Anzahl der Studienabschlüsse etc. Für die andere Hälfte müssen sie Anträge an das Rektorat stellen, sich ihm gegenüber rechtfertigen und auf dessen Zustimmung hoffen. Wer das Geld bekommt, entscheidet das Rektorat nach seiner „strategischen Planung“. Es behauptet, besser als die Forscher*innen und Studierenden in den Fakultäten zu wissen, was gerade in dem jeweiligen Fachgebiet „zukunftsfähig“ und lukrativ in der Forschung sei.

Vor allem ist das MVM also ein Instrument zur Durchsetzung einer neoliberalen Hochschule. Alles orientiert sich daran, andere Unis auf dem Markt auszustechen. Mit einem verfügungsgewaltigen Rektorat als Vorstand, einem Hochschulrat als Aufsichtsrat und Fakultäten als produktiven Unternehmensabteilungen soll sich die Uni verhalten wie ein Unternehmen. Wissenschaft entfaltet sich aber nicht durch Konkurrenz und knappe Budgets: wir denken, dass sich die sog. Potentiale“ nur verwirklichen lassen in einer kooperativen Uni mit autonomen Fakultäten und voller Selbstverwaltung aller Statusgruppen.

Nächstes Jahr gibt’s noch Geld. Sagt das Rektorat. Und danach?

Die Durchsetzung des MVM ist nicht das Ende der Fahnenstange und mit Sicherheit nicht der letzte Versuch der Durchsetzung neoliberaler Politik an der Uni. Dennoch wollen wir nochmal ein Zeichen des Protestes setzen und die Senatssitzung zum Anlass nehmen, unsere Kritik am MVM zu artikulieren.

Kommt deshalb am Mittwoch, den 08.07.2015 um 8.30 Uhr, zum Infopunkt und spaziert mit uns zur Senatssitzung. Bleibt auch danach auf jeden Fall am Ball, wir tun es auch.

Eure AG Freie Bildung.

Technik

19. Mai 2015 § Hinterlasse einen Kommentar

emanzipatorisches Medium oder Herrschaftsinstrument?

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Was die Bedeutung von Technik für soziale und politische Prozesse angeht, gehen die Auffassungen innerhalb der kritischen Öffentlichkeit weit auseinander. Die einen sehen Technik, wie etwa das Internet, als Mittel zur Aktivierung sozialer Proteste und Demokratisierung der Gesellschaft, andere verstehen sie als Herrschaftsinstrument zur Kontrolle und Überwachung. Ausgehend davon steht im Mittelpunkt des Vortrags die Frage: Welchen Einfluss haben technische Entwicklungen auf Prozesse und Dynamik von sozialen Bewegungen und Protestbewegungen? Um einer Antwort auf die Spur zu kommen gibt der Vortrag zunächst einen knappen historischen Überblick über die Entwicklung von Technikauffassungen sozialer Bewegungen. Anschließend werden aktuelle Positionen dargestellt und schließlich wird ein Ausblick auf aktuelle Herausforderungen unternommen.

Dr. Annette Ohme-Reinicke, studierte in Frankfurt am Main, promovierte zum Technikbegriff sozialer Bewegungen und ist Lehrbeauftragte an der Universität Stuttgart. Ihre letzten Veröffentlichungen beschäftigen sich mit der Protestbewegung gegen „Stuttgart 21“, neuer Bürgerschaftlichkeit und politischer Partizipation.


01. Juni | 20 Uhr | Extra Blues Bar
Veranstaltet von //re_vision medienkollektiv und ag freie bildung

Treffen und Café in den Semesterferien

15. Februar 2015 § Hinterlasse einen Kommentar

Liebe Freund_innen,

in den Semesterferien finden unsere Gruppentreffen am 1. und 3. Dienstag des Monats um 16 Uhr statt.
Außerdem gibt es keine festen Café-Zeiten, auf gut Glück könnt ihr trotzdem gerne vorbei kommen.

Die extreme Rechte als soziale Bewegung

15. Dezember 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

Vortrag und Diskussion

Die extreme Rechte in Deutschland wird in einigen sozialwissenschaftlichen Untersuchungen mittlerweile als soziale Bewegung begriffen, die nach einem grundlegenden sozialen Wandel strebt. Statt des Fokus auf Parteien- und Wahlforschung oder juristischer Engführung auf Straf- und Gewalttaten soll so ihr Zustand und die Wirkmächtigkeit von organisierten Neonazis und anderen Rechten beurteilt werden. Gerade vor dem Hintergrund der Modernisierung der extremen Rechten ab den 1990er Jahren, die neben dem Phänomen der Freien Kameradschaften auch eine bewegungstypische Subkultur hervorgebracht hat, ist heute ein Netzwerk von Gruppierungen zu beobachten, das mit einem relativ breiten Aktionsrepertoire in der Öffentlichkeit auftritt. Diese Entwicklung und die Erfolgsaussichten einer solchen extrem rechten, sozialen Bewegung sollen im Vortrag präsentiert und zur Diskussion gestellt werden.

Dabei werden zunächst generelle Merkmale sozialer Bewegungen sowie Paradigmen zur Erklärung ihres Entstehens und Handelns vorgestellt und anschließend auf die extreme Rechte – und speziell Kameradschaften – übertragen.

Veranschaulicht werden die Befunde anhand einiger Beispiele aus Rheinland-Pfalz, wo sich in der Vergangenheit zahlreiche Kameradschaften gebildet haben, die dort und über die Landesgrenzen hinaus unterschiedlich stark in Erscheinung getreten sind.

Eine Veranstaltung der gruppe_x und der ag freie bildung

 


Dienstag, 16.12.14 – 18 Uhr – Universität Bielefeld – Raum C02-228

Café Caracol & AG-Treffen im WS 14/15

20. Oktober 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

Auch in diesem Semester wieder es wieder das wöchentliche Café-Caracol in unserem Raum an der Universität Bielefeld geben.

Du findest bei uns leckeren zapatistischen Soli-Kaffee, Tee, Gebäck oder einfach nur einen gemütlichen Platz auf dem Sofa. Komm vorbei zum abhängen und quatschen, zum diskutieren oder zum stöbern in unserer kleinen aber feinen Bibliothek.

Jede Woche Dienstag von 13:00 bis 17:00 Uhr in C02-206.

Darüber hinaus bist Du herzlich eingeladen dich aktiv bei uns zu beteiligen. Erste Infos bekommst du entweder im Cafe, per Mail oder du kommst zu unserem regelmäßigen AG-Treffen. Wir treffen uns jeden Dienstag um 18 Uhr in C02-206.

Çapulcu – Die Gezi-Park-Bewegung und die neuen Proteste in der Türkei

8. Juni 2014 § Hinterlasse einen Kommentar

Buchvorstellung und Infoveranstaltung mit dem Autor Tayfun Guttstadt

Tayfun Guttstadt, in Hamburg geboren, lebt seit drei Jahren in der Türkei und ist dort in der linken und der Umweltbewegung aktiv. Zu Besuch in Deutschland, stellt er sein Buch ›Çapulcu‹ vor und schildert Beginn, Verlauf und Hintergründe der Proteste, an denen er selbst aktiv teilgenommen hat. Vor allem aber gibt er den Beteiligten Gesicht und Stimme und zeigt so die Vielfalt, aber auch die Gespaltenheit der Bewegung. Abschließend werden die Ereignisse gesellschaftspolitisch analysiert und eingeordnet, wobei aktuelle Geschehnisse in der Türkei mit in den Vortrag einfließen.

Die Veranstaltung wird von einer Dia-Show mit ausdrucksstarken Fotos von den Ereignissen begleitet. Eine Diskussion nach dem Vortrag ist ausdrücklich gewünscht.


Sonntag, 15. Juni 2014 20.00 Uhr

Buchhandlung mondo, Elsa-Brändström-Str. 23, Bielefeld
Am unteren Ende der Arndtstraße, direkt am Bahndamm

 

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