Zwischen Gesellschaftskritik und Staatsraison

16. April 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Gedenkstätte Buchenwald

Erste Veranstaltung im Rahmen der Gedenkstättenfahrt:

Vortrag:

Zwischen Gesellschaftskritik und Staatsraison
Entwicklungslinien der Erinnerungskultur in NRW und in der Bundesrepublik
Referent: Michael Sturm, Historiker
Mittwoch, 18. April 2012, 19 Uhr
Universität Bielefeld, Raum: T2-227

In Nordrhein-Westfalen existieren mehr als 20 Gedenkstätten, Lern- und Erinnerungsorte, die an historisch „authentischen“ Schauplätzen eine wissenschaftliche, pädagogische oder emotionale Beschäftigung mit unterschiedlichen Aspekten des Nationalsozialismus ermöglichen sollen. Diese erinnerungskulturelle Landschaft hat sich während der vergangenen Jahrzehnte in teilweise bis heute andauernden Auseinandersetzungen entwickelt. Die Einrichtung von Gedenkstätten ging in zahlreichen Fällen auf das beharrliche Engagement von NS-Opferverbänden und gesellschaftskritischen Geschichtsinitiativen zurück, die sich dem vielfach herbeigesehnten Schlussstrich unter die Vergangenheit widersetzten. Seit den 1990er Jahren sind jedoch in der Erinnerungskultur der Bundesrepublik deutliche Umbrüche zu erkennen. Zum einen zeichnen sich Konturen eines hegemonialen Geschichtsbildes ab, das die Zeit des Nationalsozialismus nicht mehr ausklammert, sondern als erfolgreich „bewältigt“ zu einem zentralen Bestandteil des Selbstverständnisses der Berliner Republik erhebt. Zum anderen haben neue deutsche Opferdiskurse um Bombenkrieg, Flucht und Vertreibung an Bedeutung gewonnen. Der Vortrag skizziert anhand der konfliktreichen Entstehungsgeschichte der NS-Gedenkstätten in Nordrhein-Westfalen die grundlegenden Entwicklungslinien der Erinnerungskultur in der Bundesrepublik seit den frühen 1950er Jahren. Daran anknüpfend soll die gegenwärtige und künftige Bedeutung von Erinnerung im Spannungsfeld zwischen den oftmals gesellschaftskritischen Ansprüchen und offiziellen geschichtspolitischen Sinngebungsmustern diskutiert werden.

Die Veranstalter_innen behalten sich vor von ihrem Hausrecht
Gebrauch zu machen und Personen, die neonazistischen
Organisationen angehören oder der extrem rechten Szene
zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch
antisemitische, sexistische, rassistische oder nationalistische
Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zu den
Veranstaltungen zu verwehren.

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